Landleben

Küche

Brot backen

Brot backen

von Tina Keil

Das Haus steht, der Dachstuhl ist fertig und das Richtfest mit Einweihungsfeier kann stattfinden. Ein typisches Geschenk zur Einweihung der neuen Räumlichkeiten sind Brot und Salz – ein Zeichen für das Wohlergehen im neuen Zuhause. Beide Nahrungsmittel galten über viele Jahrhunderte als wertvoll und kostbar. Brot war sogar ein Symbol für die Götter: Demeter, die Erdmutter, war zuständig für Ackerbau und Fruchtbarkeit und sie soll es gewesen sein, von der die Menschen das Brotbacken erlernt haben.

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Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg. Ausgrabungen zufolge haben die Menschen die Getreidekörner zunächst im rohen Zustand zu sich genommen, bevor sie damit begannen, diese zu rösten. Erst in späteren Zeiten wurden die Körner zerkleinert, mit Wasser vermischt und dann gebacken. Unabhängig voneinander haben verschiedene Kulturen zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten das Brot entdeckt. Das älteste Brot soll rund 5.500 Jahre alt sein und aus der Schweiz stammen. Als Öfen verwendete man tönerne Gefäße, die ins Feuer gelegt wurden, Backglocken, die über einen Herdstein gestülpt wurden, oder aus Lehm gefertigte, gewölbte Öfen.

Im Alten Ägypten war das Brot ein Grundnahrungsmittel und diente als Opfergabe und zur Versorgung der Pyramidenarbeiter. Nach den Ägyptern kamen die Griechen, die das Brot ihrem Geschmack entsprechend anpassten. Die Römer perfektionierten das Brotbacken. Sie entwickelten Mühlen, die ganz feines Mehl herstellten, sowie eine Vorrichtung zum Teigkneten. Mit diesen Grundtechniken wurde später in ganz Europa Brot gebacken.

Heutzutage ist Brotbacken ganz einfach, wir benötigen nicht einmal mehr unsere Hände, um den Teig zu kneten. Ein Brotbackautomat gehört schon fast zur Standardausstattung einer guten Küche, damit kann ein jeder Brot backen, und das ganz nach dem eigenen Geschmack. Weizenmischbrote, Toastbrot, Roggenbrot und Roggenmischbrote sind dabei die gängigsten Brotsorten. Gewürzt werden die Brote meist mit Kräutern, verschiedenen Nüssen, Mais oder Kümmel.

Allerdings erreicht ein Brotbackautomat natürlich nicht die Qualität, die mit der herkömmlichen Herstellungsweise erzielt wird. Der Holzbackofen ist nach wie vor beliebt, die Brote werden durch die gleichmäßige Hitze perfekt gebacken und der Geschmack ist einmalig. Ein Holzbackofen funktioniert nach dem Prinzip eines Wärmespeichers. Durch das Aufheizen von Schamott-Steinen entsteht ein warmer Raum zum Brotbacken. Wie lange die Wärme anhält, hängt von der Wärmeisolation und dem Speichervermögen der Steine ab. Um den Holzofen richtig aufzuheizen, müssen drei Stunden eingeplant werden. Am besten eignet sich Hartholz, das in der Tür angebrannt und dann nach hinten geschoben wird. Die Glut muss ordentlich verteilt und am Ende der Heizzeit aus dem Ofen entfernt werden. Nun kann das Brot gebacken werden.

Wer sich nicht auf private Anleitungen zum Bau eines Holzbackofens verlassen möchte, kann sich ganz einfach beim Händler seines Vertrauens oder im Baumarkt einen Bausatz bestellen. Dieser wird mit vorgefertigten Teilen geliefert, wodurch der Zusammenbau sehr leicht fallen sollte. Als Fundament empfiehlt sich eine dünne Betonplatte. Diese Fertigbausätze sehen später jedoch meist weniger urig und rustikal aus als die Öfen der Marke Eigenbau.

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Für die Einweihung des Holzbackofens, egal ob selbstgebaut oder aus einem Bausatz, lassen sich dann gesellig und fröhlich mit der ganzen Familie und den Nachbarn ursprüngliches Brot, Pizza, Flammkuchen, Plätzchen und sogar Spanferkel zubereiten.